Homöopathie, Schwefelsäure (acidum sulfuricum: D-6), Peroxide und Krebs:
Eine Bestandsaufnahme und ein Plädoyer für deren Anwendung in der Krebstherapie
Aufgrund von zahlreichen neuen Arbeiten sowie weiteren Unterlagen auch aus dem Internet gibt es viele Hinweise auf die Wirkung von Schwefelsäure und daraus entstehenden Peroxyden, die aus der homöopathischen Verdünnung (D-6)von reiner Schwefelsäure (Acidum sulfuricum)stammen, auf die mitochondriale Aktivität bzw. auf andere zelluläre Prozesse und letzten Endes auf die Wirkung auf Krebszellen. Es geht dabei um einen sehr breiten Konzentrationsbereich: Die Daten stammen meist aus den verschiedensten Zellansätze von in-vitro- Versuchen. Die Quintessenz all dieser Untersuchungen ist folgende:
Acidum sulfuricum wirkt auf viele Zellprozesse in sehr niedrigen Konzentrationen und dabei gibt es starke Hinweise, dass das Agens in der Lage ist, Krebszellen zu bekämpfen. Prinzipiell bezeichnet man eine bestimmte Spezies der Sauerstoffverbindungen als ROS, d.h. als reaktive Sauerstoff(O)-Spezies. Darunter fallen vor allem diese Peroxide; denn sie zerfallen meist in OH.- und 0.- Radikalen, d.h. diese haben ein ungepaartes Elektron und sind deshalb äußerst reaktiv und aggressiv: sie können dabei ein Elektron abgeben und es entsteht ein neues Radikal oder eines aufnehmen und dabei wird wiederum ein anderes Molekül zum Radikal.
Doch ist es bis heute umstritten, wie der Weg dieser Radikale in die Zelle ist und auch der Weg der ROS im Gesamtorganismus ist umstritten. Anderseits weiß man schon längere Zeit, dass die Zelle solche Radikale selbst erzeugt, sowohl beim „normalen" Stoffwechsel als auch bei der Immunabwehr (Stichwort Phagozytose).
Man nimmt jedoch an, dass von außen zugeführte Schwefelsäure (also Acidum sulfuricum) die Quelle ist, aus dem Peroxide, also H2O2, entstehen und in die Zelle gelangen, während bei den anderen oben erwähnten Spezies dies nicht belegt ist. Es gibt aber auch Auffassungen, die argumentieren, dass H202 z.B. schon im Magen, wenn es peroral aufgenommen wird, zur Gänze zerstört wird. Jedoch erscheint es relativ unwahrscheinlich, dass im Magen diese Spezies schon vollständig zerstört werden kann, da irgend ein Enzym, das dieses Molekül umzuwandeln imstande ist, im sauren Magenmilieu bisher nicht gefunden wurde. Die therapeutische Anwendung bewegt sich allerdings bisher in niedrigen Konzentrationsbereich; denn es hat sich in den letzten Jahren ziemlich klar herausgestellt, dass die niedrige Konzentration wohl einen völlig anderen Effekt hat als die hohen Konzentrationen.
Die Effekte, die wir bei der Hefe gemessen hatten (siehe Forschungsbericht auf dieser Homepage), sind von anderen Forschern auch gefunden und reproduziert worden: Es erfolgt eine Stoffwechselumstellung von der Glykolyse zur mitochondrialen Atmungskette, die Ausdruck der Gesundheit und Differenzierung von Zellen darstellt.
Höhere Konzentrationen an Peroxiden (ca. l Vol.-% und höher) werden mittlerweile als toxisch und schädlich für den Körper angesehen, jedenfalls wird diese Meinung von der British Cancer Agency (BCCA) vertreten, wobei sie verschiedene Zitate anführt, die dies auch, soweit ersichtlich, belegen sollen. Allerdings wird dort nichts ausgesagt über Effekte, die im Bereich von millimolar (mM) oder darunter ablaufen. Direkt zugeführtes orales Peroxid wird in geringen Konzentrationen zum Teil schon im Magen in Wasser und atomaren Sauerstoff umgewandelt. Dieses einzelne Sauerstoffatom, also nicht nur das Molekül O2, ist ebenfalls wie H202in der Lage, in die Zelle zu gelangen und damit der Zelle die Möglichkeit zu geben, physiologische Prozesse in Gang zu setzen, die vor allem in Richtung Differenzierung gehen.
Die niedrigen Konzentrationen der Peroxide und ihre Effekte in eukaryotischen Zellen:
Hier gibt es neuere Hinweise, dass sich das, was bei den Hefen gefunden wurde, auch bei kultivierten menschlichen Bindegewebsfibroblasten zeigt: Eine niedrige Konzentration, ähnlich wie die in unseren Forschungsansätzen (10"6 M; also umolar und darunter) stimuliert auch die Proliferation (= Wachstum und Teilung) dieser gesunden Zellen. Weiterhin gibt es einen Hinweis, dass diese Proliferation auf der Ebene der Genregulation durch bestimmte Transkriptionsfaktoren beeinflusst wird, wobei anscheinend der sog. Redoxstatus der Zelle, d.h. die Summe aller reduzierten Coenzyme, Gluthatione etc. eine entscheidende Rolle spielt. Weiterhin wird eine Rolle der sog. antioxidativen Enzyme, wie die Superoxiddismutase, Katalase und Peroxidase diskutiert. Ferner scheinen die niedrigen Konzentrationen von Peroxyden die Genregulation (s.o.) zu beeinflussen, wobei die bisherigen Hinweise zumindest so komplex sind, dass bis heute noch kein einheitliches Bild entstanden ist.
Allerdings gibt es darüber hinaus nahezu keine weiteren direkten Untersuchungen, wobei alle Forscher davon ausgehen, dass es sich selbst bei niedrigen Konzentrationen um eine Art von „Zellstress" handelt, worauf die Zellen reagieren. Dies wurde auch bei den verschiedenen Zellsystemen untersucht und es fand sich übereinstimmend, dass die Zellen verschiedene Protektionssysteme besitzen, also Schutzmassnahmen treffen bzw. aktivieren können, um z.B. die DNA vor dieser reaktiven Spezies zu schützen.
Hier ist es bisher noch zu keinen weiteren Untersuchungen gekommen, die die biologische Bedeutung dieser Schutzmassnahmen der Zelle gegenüber einem oxidativen Stress auch in vivo belegen bzw. daraus eine schlüssige Folgerung erlauben könnten.
Eine Hypothese bzw. eine Interpretation der bisherigen guten Erfahrungen in vivo kann dennoch daraus gut abgeleitet werden und würde auch die Ergebnisse der Giessener Arbeitsgruppe um Frau und Hr. Prof. Anders (s.u.) erklären: Die Krebszellen sind sowohl in vivo als auch in vitro aus dem „sozialen" Verband der gesunden Zellen ausgeschert und haben eine andere „Biologie" als die „normalen" Zellen: sie sind vor allem auf Proliferation aus, d.h. sie versuchen sich zu vermehren und dies ohne Rücksicht auf die sie umgebenden Zellen bzw. Gewebe. Sie scheren sich quasi nicht mehr um den sie umgebenden sozialen Verband der gesunden Zellen und benehmen sich äußerst unsozial und verdrängen die anderen Zellen dabei aufgrund ihrer hohen Proliferationsrate und dadurch aufgrund ihrer Quantität. Dies führt dann letztendlich zum Tod des Organismus. Dabei hat schon der Nobelpreisträger Otto Warburg erkannt, dass Krebszellen in einer mehr antioxidativen, d.h. sauerstoffarmen Umgebung sich wohl fühlen, die Glykolyse als Energieweg bevorzugen und bei höherer Sauerstoffkonzentration ihre Proliferation nicht mehr so gut aufrecht erhalten können bzw. sogar absterben.
Dabei haben diese „entarteten" Zellen ein anderes biologisches Profil als die gesunden Zellen. Die gesunden Zellen sind vor allem zur Differenzierung und damit zur Ausübung ihrer spezifischen Funktion im Zellverband eingeschlossen und haben durchaus Kontakt zu den Nachbarzellen und nehmen auch „Rücksicht" auf die Nachbarn etc.. Dabei sind ihre Stoffwechselaktivitäten anscheinend nicht besonders hoch, denn sie müssen ja nicht dauernd wachsen, sondern sie erfüllen ihre spezifischen Aufgaben relativ „ruhig" und konzentriert. Bei diesem Zustand wird auch großer Wert von den Zellen darauf gelegt, dass alle Kontrollen z.B. zur Reparatur etc. funktionieren, d.h. sie haben sehr wahrscheinlich dazu noch Kapazitäten frei. Eine Krebszelle, die dauernd neue Bausteine braucht, um eine Tochterzelle wieder so schnell wie möglich zu produzieren, kann auf solche Reparaturmechanismen keine Zeit „verschwenden", da es ja schon quasi aus den Kontrollen entwichen ist und sie wird diese Kontrollen auch weiterhin ignorieren bzw. nicht anwenden können oder wollen. Und hier könnten nun die geringen Konzentrationen von Peroxiden angreifen:
Man weiß heute schon sehr gut, dass höhere Konzentrationen an Peroxiden bzw. Sauerstoff in den Organellen der Zelle, die für die oxidative ATP- Gewinnung zuständig sind (die Mitochondrien), relativ reaktiv sind. Die Mitochondrien reagieren ihrerseits sehr empfindlich auf für die Zellen hohe Peroxidkonzentrationen bzw. auf hohe Konzentrationen atomaren Sauerstoffs und sie gehen sogar so weit, dass diese Mitochondrien bei zu hoher Sauerstoffkonzentration funktionsunfähig werden und dabei der Zelle signalisieren, sie möchte doch sich selbst ermorden, da diese nicht mehr funktionieren. Dies mündet dann in eine Reaktion, der sog. Apoptose, die mittlerweile im zentralen Interesse der Krebsforscher steht. In diesem Kontext ist es für den Körper wichtig, die Krebszellen, die ja der Kontrolle des Iinmunsystems nicht ausgesetzt sind, entweder umzubringen oder sie wieder in differenzierte Zellen zurück zu „verwandeln". Es werden wohl beide Mechanismen durch die niedrigen Konzentrationen von Peroxiden greifen: sowohl die induzierte Apoptose der Krebszellen als auch die Redifferenzierung der Krebszellen, wobei die apoptotischen Mechanismen mittlerweile zwar noch nicht zur Gänze aufgeklärt sind, jedoch gibt es dafür zahlreiche Hinweise zur Beteiligung der Mitochondrien bzw. dass die Mitochondrien diese sogar lenken können. Die Mechanismen der Redifferenzierung von Krebszellen in wieder gesunde Zellen sind schon sehr viel schwerer zu beweisen. Es wurde allerdings von der Gießener Arbeitsgruppe (siehe Berichte und die Versuche an Zebrafischen) eine Reihe von Genen festgestellt, die durch Peroxide im Hinblick auf die Differenzierung eine Regulation erfahren, so dass sich die Melanomzellen wieder in normale Zellen rückdifferenzieren können.
Es gibt jedoch mehr Hinweise, dass die Krebszellen als apoptotische Zellen durch Peroxide bzw. durch Sauerstoff untergehen als dass die vorhandenen Krebszellen sich durch ihren Einfluss wieder in gute normale Zellen umwandeln. Bei vielen anderen Untersuchungen geht es dann ausschließlich um relativ hohe Konzentrationen im Bereich von Millimolar und darüber (also IGT3 bis 10"2 M). Dabei scheint es sich aber um einen sog. „Sekundäreffekt" zu handeln, denn man hat herausgefunden, dass Peroxyde bzw. Sauerstoff in diesen hohen Konzentrationen sich nicht nur schädlich auf die Erbsubstanz, also die DNA auswirkt und dadurch die Apoptose aller Zellen, also das Selbstmordprogramm auslöst, sondern ganz allgemein auch auf die verschiedensten Zellvorgänge sich schädlich auswirken. Dies ist interessant, aber eben in zwei Dingen von unserem Ansatz unterschiedlich:
1) Sie wirken in hohen Konzentrationen und
2) Sie wirken indirekt.
Aus eigenen in vitro- Versuchen an Krebszellen geht hervor, dass unter dem Einfluß niedriger Peroxidkonzentrationen bei Tumorzellen innerhalb von 6- 8 Stunden eine messbare pH-Änderung an der Membran festgestellt wurde (Anstieg der Protonenkonzentration an der Außenseite derZellmembran, gemessen mit einem sog. „Cytosensor“, der selbst geringfügigste pH- Änderungen an kultivierten Zellen messen kann). Dies führt längerfristig zum Absterben der Zelle. Die Interpretation solcher Effekte an Krebszellen ist offensichtlich und durch die Literatur gestützt: Es geht dabei um einen Vergleich zwischen Krebszellen und gesunden Zellen: die Krebszellen sind vermutlich gegen diesem" oxidativen „Stress" etwas weniger geschützt, da sie dauernd ihre DNA replizieren müssen und dabei ihre Reparaturarbeit oder ihre etwaigen Schutzfunktionen vernachlässigen müssen. Zwangsläufig, denn sie sind bei ihrer hohen Proliferationsrate anscheinend anderweitig „beschäftigt" und können so diesen „Stress" nicht so gut verarbeiten wie gesunde normale Zellen, die hier eher darauf antworten können. So könnte es sein, dass unter geringen Peroxidkonzentrationen die gesunden Zellen dies sehr gut vertragen können, aber die transformierten auf die Dauer nicht.
Weitere Berichte über Therapieerfolge aus dem Internet: Zur Wirkung der Sauerstofftherapie geht
die schon oben erwähnte BCCD in ihrem Bericht sogar soweit, dass sie jede Wirkung auf den Körper als schädlich einstuft und dezidiert von der Sauerstofftherapie abrät. Sie moniert auch, dass eine Klinik, die die Sauerstofftherapie anwendet (Biogenesis Clinic in Mexiko) nur (l)frühere Patienten anführt, aber anscheinend keine weiteren nachweisbaren Fakten.
Auf der anderen Seite, gibt es durchaus Berichte, die nachprüfbar sind, wie z.B. Zitat: „mehrere Dutzend AIDS-infizierte wurden nicht nur durch eine Ozoninfusionstherapie in ihren Todeserwartungen umgekehrt, sondern sie gehen bis jetzt ganz normal ihrer Arbeit nach". Jedoch widerspricht hier ein weiterer Bericht aus dem Internet dem ganz dezidiert und argumentiert auch ganz vehement gegen Warburgs Hypothese von der unterschiedlichen Physiologie der Krebszelle. Verschiedene Berichte von anderen Patienten sind in einer Broschüre zusammengefasst, die diese Ozontherapien beschreibt. Sie ist von der Intern. Ozone Association unter dem Titel: „Medical Applications of Ozone" erhältlich (Adresse: Intern. Ozone Ass., 83 Oakwook Terrace, Norwalk, CT,06850, USA). In diesem Bericht wird auch wieder 0. Warburg zitiert und die Auswirkungen von Peroxiden auf den Körper als positiv dargestellt.
Weiter wird in diesem Bericht der Herzspezialist Dr. Christian Barnard (1922 - 2001) zitiert, der seit 1986 in Wasser verdünntes Peroxid täglich mehrmals einnahm und die guten Auswirkungen auf Arthritis und Altern anpries. Er wurde wohl deshalb sehr hart angegangen, so dass er verlauten ließ, dass er persönlich nicht in der „Peroxidbewegung" involviert sei. Jedoch hat er es bis zu seinem Tode vermieden, seine früheren Verlautbarungen zurückzunehmen und er gab auch an, dass er Peroxide weiterhin einnahm.
Der gleiche Bericht zitiert auch eine große Anzahl von Ärzten, die diese Therapie anwenden. Einer der namentlich bekannten Ärzte ist Dr. Charles H. Farr, der die sog. International Bio-oxidate Medicine Foundation leitet und die IBOM-Newsletters herausgibt. Er hat in diesen News-Letters eine ganze Anzahl von Anwendungen beschrieben, so u.a. auch auf Herzkranzgefässe und allgemein auf jede Art von Blutgefässen. Weiterhin wird in diesem Report beschrieben, dass eine Dosierung von Peroxid (3 Tropfen einer 35%igen Lösung auf l Glas Wasser) den Patienten empfohlen wird; eine Konzentration, die den Empfehlungen der homöopathischen Anwendung sehr nahe kommt.
Ein Priester mit Namen Richard Wilhelm hat in Fortsetzung der Arbeit eines bereits verstorbenen Forschers (Dr. E.G. Rosenow, 1975-1966) insgesamt 4000 medizinische Artikel über die Wirkung von Peroxiden, die alle begutachtet sind, gesammelt und dokumentiert.
Weiterhin gibt es Berichte von der oben erwähnten mexikanischen Klinik, die von einer 70%-igen Remisssion berichteten aus einer Anzahl von insgesamt 300 Patienten, die schon aufgegeben waren.
Weiterhin gibt es von einem „Gerson"-Institut und einer La Gloria Clinic in Mexiko einen Bericht, wo die Ärzte nach einem erfolgreichen Selbstversuch diese Therapie an ihren Patienten anwenden.
In diesem Bericht wird weiterhin betont, dass
natürlicherweise Peroxide bzw. molekularer Sauerstoff z.B. in frischen Früchten vorkommen und dass es natürlicherweise viele Mechanismen gibt, die erst mit Peroxiden wirksam sind (so z.B. das Immunsystem, die Phagozytose, ß-Interferon, Penicillin und selbst Vitamin C). Alle diese sehr nützlichen niedrigen Konzentrationen dürften in den gleichen Größenordnungen sein, die die Cosmas Pharma (http://www.egk-ev.eu) verordnet.
Die Universität von lowa hat in einem erst kürzlich veröffentlichten Artikel (2001) festgestellt, dass in ihren Studien ein Konzept entwickelt wurde, das die Zerstörung von geringen Konzentrationen von Peroxiden im Körper verhindert werden kann und dadurch eine viel versprechende neue Krebstherapie entstehen kann, wobei Versuche mit Patienten derzeit soweit ersichtlich, begonnen wurden.
Verwendete Websites:
www. Quackwatch.org/
www. www. Sumeria.net/oxy/h202.html
www. bccancer.bc.ca/PPI/unconventionellTherapies/hydro
www. Uihealthcare,com/news/currents/vol2issue3/8free radic
Weiteres Material ist vor allem aus dem Bericht der sog.
Sunrise Free Radical School entnommen mit dem Titel: Oxygen
2001 von Kelvin J.A. Davies, Ph.d.c von der Univ. of Southern
California. E-mail: Kelvin@usc.edu
Weitere Literatur beim Autor.
München, am 18.12.2006
Prof. Dr. Toni Lindl
|